Das Ende der Malerei wurde seit dem Beginn der Moderne mehrfach ausgerufen - auch als Markus Lüpertz um 1960 die ersten Werke schuf, in denen seine eigene Malerei überlebt und überholt sei von neuen Strategien der Kunst, die ihre Grenzen immer mehr zu erweitern strebte und sich im Alltag der Gesellschaft zu verlieren oder kritisch aufzulösen schien. Gegen diesen Zeitgeist hielt Lüpertz an seinem Metier der Malerei fest und schuf eine kraftvolle Bildwelt, die er unter das Leitwort "Dithyrambisch" stellte, das er von den Dionysos-Dichtungen Friedrich Nietzsches entnahm. Unter der Devise dieses poetischen Programmes fand er den Weg aus der damals übermächtigen Abstraktion. Die Zweifel der Moderne an der Tradition, an der Malerei und an der Rolle des Künstlers nimmt Lüpertz als einen andauernden spürbaren Zwiespalt in seine Bildkontruktion hinein, um in der Malerei Widersprüchliches zu verbinden.